2008: Kiefersfelden - Gardasee - Sardinien - Innsbruck
(17 Tage)

  • Start: Kiefersfelden
  • Ende: Kolbermoor
  • Länge:
    2.950 km (Kiefersfelden - Livorno 775 km, Sardinien 1.575 km, Livorno - Innsbruck (600 km)
  • Dauer: 17 Tage
  • Orte:
    Kiefersfelden - Innsbruck Süd - Matrai - Brenner - Fortezza - Brixen Nord - Bozen Süd - Mendelpass - Mezzolombardo - Lago di Molveno - Kago di Tenno - Riva del Garda - Limone - Pieve die Tremosine (3 Nächte) - Pieve die Tremosine - Salo - Mantova - Ostiglia - Modena - Lizzano in Belvedere (1 Nacht) - Lizzano in Belvedere - Poretta Terme - Pistoia - Pisa - Marina di Pisa - Livorno (Fähre) - Olbia - Priatu - Luogosanto - Aglientu - Vignola Mare - Castelsardo - Porto Torres - Stintino (1 Nacht) - Stintino - Su Pirastru - Alghero - Bosa - Cuglieri - Marina di Torre Grande - Oristano - Arborea (3 Nächste) - Rundtour: Arborea - Uras - Laconi - Sorgono - Aritzo - Laconi - Nuragus - Gesturi - Sardara - Uras - Arborea (Ende Rundtour) - Arborea - Marceddi - Costa Verde - Ingurtosu - Buggerru - Gonnesa - Giba - Nuxis - Cagliari - Flumini - Villasimius - Castiadas (3 Nächte) - Castiadas - Muravera - San Vito - Ballao - Perdasdefogu - Ulassai - Lanusai - Tortoli - Arbatax - Tortoli - Baunai - Dorgali - Orosei (1 Nacht) - Orosei - Galtelli - Lula - Lode - Budduso - Pattada - Ozieri - Ôschiri - Tempio - Vignola Mare (1 Nacht) - Vignola Mare - Santa Teresa - Capo Testa - Palau - Capo D'Orso - Porto Cervo - Costa Smeralda - Olbia (Fähre) - Livorno - Pisa - Viareggio- Carrara - Fosdinovo - Aulla - Pontremoli - Berceto - Parma - Casalmaggiore - Piadena - Aquafredda - Desenzano - Salo - Pieve di Tremosine (1 Nacht) - Pieve die Tremosine - Riva del Garda - Arco - Trento - Bozen - Brixen - Sterzing - Brenner - Matrai - Innsbruck Süd
  • Karte Kiefersfelden - Livorno (511 kB)
  • Karte Sardinien (242 kB)
  • Karte Livorno - Innsbruck (410 kB)

  • Die ersten Rufe nach einer längeren Tour in den Süden wurden bereits im Herbst 2007 laut. Die Frage nach dem wohin war schnell geklärt: Sardinien! Einige hatten Legendäres von der Insel gehört und seit meinem ersten Urlaub mit der Familie im Frühsommer 2007 auf der Insel bin ich auch ein Fan von "Gottes kleinstem Kontinent".
    Also habe ich im Winter angefangen, die Tour zu planen: Mit der Versicherung der Unterstützung durch meinen sardischen Freund hatte ich auch ein Trumpf im Ärmel, der sich auch als solcher im Verlauf der Planung bestätigt hat. Fabio, wir alle danken Dir recht herzlich für Deine Mühen und speziell für den Aufenthalt bei Maria & Mario!

    Ende Dezember war dann der Rahmen klar: 11 Tage auf der Insel sollen es sein, plus An- und Abreise werden wir bis zu 18 Tagen unterwegs sein. So haben alle die Fährpassage zum Jahreswechsel gebucht - und das waren nicht wenige. Ich war bass erstaunt, dass wir 16 Biker sein würden.


    Von Daheim bis zum Gardasee

    Los geht's dann an Fronleichnam im Mai 2008. Erste Etappe ist unser bewährtes Domizil am Gardasee, das Stella D'Oro. Neben den Sardinien-Fahrern, sind auch ein paar "Ich-fahr-nur-mit-zum-Gardasee-weil-ich-nicht-mehr-Zeit-habe"-Fahrer dabei. Darunter auch Rudi und Mike, die erstmals eine MFG Sambucca-Tour mitfahren. Um die Popos der Sardinienfahrer zu schonen, wählen wir aber eine schnelle Route, die bis Innsbruck und zwischen Brixen Nord und Bozen Süd die Autobahn beinhaltet.
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    Trotzdem sind wir den ganzen Tag unterwegs: Mit einem guten Mittagessen in Fortezza und einem kleinen Schock bei Vigo Lomaso, kurz vor dem Tenno-See. Ich, der einzige Quadler in der Truppe, habe einen kurzen Blackout: In einer Linkskurve bin ich zu schnell und verhalte mich zusätzlich nicht situationsgerecht. Ergebnis ist ein Aufprall in die Leitplanke, über die ich im gestreckten Flug absteige. Glücklicherweise ist auf dem leichten Abhang hinter der Planke nur Wiese, sodass ich ohne Blessuren - mein Knieprotektor in der Motorradkluft hat mich vor einem gebrochenen Schienenbein bewahrt - mit dem Schrecken davon komme. Ein wenig dreckig bin ich schnell wieder bei meinem Quad. Dies ist umgekippt, hat ein paar Kratzer, die Fußraste ist verbogen und die Spiegel habe ich beim Abflug abgerissen. Ansonsten - man merkt das Quads für Gelände(renn)strecken gebaut sind - fehlt sich nichts. Das Quad ist fahrfähig und Geradeauslauf und Lenkung und Motor sind i.O.. Verständlicher Weise geht es nun etwas langsamer den restlichen Weg bis nach Pieve. Dort treffen wir wieder auf Gerti & Andy. Die sind von Bozen auf der Autobahn weitergefahren, um Gertis Handgelenk, das noch Spuren des Herbstunfalls trägt, zu schonen.

    Am nächsten Morgen ist Quad-Begutachtung angesagt. Es sind - wie schon an der Unfallstelle - keine weiteren Mängel feststellbar. Über Internet suche ich bei Louis mögliche Ersatzteile heraus und Andys älteste Tochter Steffi, die wie geplant am Freitagabend auch nach Pieve kommt, bringt mir neue Spiegel mit. Ich kann also mein Quad für die restlichen 3.000 km wieder komplettieren. Ansonsten verläuft der Tag eher faul bis zum Abend. Hier kommt der nächste Schwung MFGler an: Stefan, Jens, Markus, Sebastian und ein paar Neue legen ihren geplanten Übernachtungsstopp ein. Das Spezialitäten-Abendessen in der Pizzeria Prese für die dann doch 20 MFG Sambuccas ist ein Erlebnis - sowohl kulinarisch, als auch in den Gesprächen.
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    Samstag verabschieden sich Jens, Stefan und Konsorten wieder. Die anderen sandeln am Hotel oder fahren die Valvestino-Runde. Nachmittags trifft dann ein weiterer Sardinien-Fahrer ein: FöDiLo. Und ein Anruf lässt uns aufschrecken: Robert hat sich in der Vorbereitung am Rücken verletzt und fällt für Sardinien aus - gute Besserung!


    Vom Gardasee nach Lizzano in Bellvedere

    Und dann kommt der erste "richtige" Jetzt-sind-wir-auf-dem-Weg-nach-Sardinien-Tag. Nachdem wir die Wochenendfahrer Richtung Heimat verabschiedet haben, geht es für uns Richtung Süden. Erst am Gardasee entlang und dann durch die eher eintönige Po-Ebene (Liegt hier nicht irgendwo der Arsch der Welt?). Nach einem kurzen Regenschauer, dem wir glücklicher Weise durch eine Cappucino-Pause ein Schnäppchen schlagen, wird es noch mal wärmer und wir freuen uns, als wir die Ebene verlassen dürfen und in die Berge der Emilia Romagna einkurven. Hier bemerke ich, dass mein Kühler suppt. Anscheinend hat mein Quad doch mehr bei dem Unfall abgekriegt, als zuerst festgestellt. Also unbedingt beobachten…
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    Nach schönen Kurven erreichen wir in Lizzano in Belvedere das "Gespensterschloss" Albergo Nappini. Das etwas skurrile Hotel, das ebenso, wie sein freundlicher aber etwas schrulliger Besitzer, schon bessere Zeiten gesehen hat, ist unsere Bleibe für die Nacht. Entschädigt für das Hotel - das wir im Nachhinein als eine Erfahrung, die man machen sollte, verbuchen - werden wir im Tibidi. Ein Spezialitätenrestaurant der Extraklasse: Für ein super Preis-Leistungs-Verhältnis schlemmen wir in lokalen Vorspeisen, Trüffeln, Wildschwein, speziellem Kaffee und einer nahezu unerschöpflichen Auswahl von verschiedenen Grappe (natürlich auf Kosten des Hauses).
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    Vom Lizzano in Bellvedere nach Livorno

    Nach einer erholsamen Nacht - wir haben doch ganz gut in unserem "Gespensterschloss" geschlafen - und einem für Italien recht zufriedenstellenden Frühstück, beginnt unsere letzte Festlandsetappe.
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    Da wir relativ viel Zeit haben, schlagen wir den Weg über den schiefen Turm von Pisa ein und sehen in Marina di Pisa das erste Mal das Meer. Von dort ist es ein Katzensprung nach Livorno, wo wir in einer Stadt-Ufer-Bar etwas Zeit totschlagen, um uns dann im Fährhafen mit den letzten Sardinien-Fahrern zu treffen. Die sind nämlich erst am Sonntag zu Hause gestartet und mit einer Übernachtung am Gardasee in zwei Etappen nach Livorno durchgerauscht. Nun sind wir komplett: 15 MFG Sambuccas warten auf die Fähre nach Sardinien. Und ich - Henrik - mache als Quadfahrer wieder eine Erfahrung: Trotz vorheriger telefonisch Rückfrage wird mein Motorradticket für die Fähre nicht akzeptiert. Mein Quad hat 4 Räder, ich fahre also ein Auto und muss entsprechend Nachzahlen. Aber das kann die gute Laune kein bisschen trügen.
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    Auf der Fähre sind wir von den Liegesesseln nicht gerade begeistert, aber es ist ausreichend wenig los, sodass wir uns später dann einfach über mehrere Sessel querlegen können. Zuerst aber ab auf Deck. Direkt unter der Brücke finden wir ein lauschiges Plätzchen, an dem sich auch Anni einigermaßen wohlfühlt. Von ihrer Angst vorm Bootfahren ist nur wenig zu spüren. Und auch da können wir Abhilfe schaffen: Ein Schwimmreifen - natürlich mit vier Beinen und Gesicht - soll Anni im Fall der Fälle (falls Ernstl alle Schwimmwesten für sein Bike braucht) retten. Nach einem Absacker/Schlaftrunk auf dem Achterdeck geht es in eine kurze, nicht ganz so bequeme Nacht.


    Von Olbia nach Stintino

    Am nächsten Morgen, der viel zu früh (erlösend früh im Bezug auf die Schlafgelegenheiten) kommt, fahren wir nach einem wunderbaren Sonnenaufgang in den Hafen von Olbia ein. Nur noch wenige Minuten und wir haben sardischen Boden unter den Füssen. Noch im Hafen trennen sich Manuela und Alex von uns: Sie wollen die Giro di Sardegna nicht mitmachen, sondern von einem Campingplatz bei Arbatax Touren fahren. Ein Treffen mit dem Rest der Truppe ist aber geplant.
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    Nachdem das Frühstück an Bord nicht besonders üppig war, steuern wir in Olbia die nächste Capuccino-Bar an und füllen erstmal unseren Kaffeepegel im Blut wieder auf. Danach geht es quer durch die Insel mit schönen, ersten Eindrücken der typischen sardischen Hügellandschaft bis nach Vignola Mare: Sonne, Sandstrand, Capuccino, Nuraghe - Wir sind wirklich auf Sardinien!
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    Ziel der heutigen Fahrt ist Stintino am Capo del Falcone. Vorbei an dem eher unattraktiven Porto Torres fahren wir an die Nord-West-Spitze der Insel. Hier wollen wir die erste Nacht verbringen. Die Frage nach dem Wo scheint aber anfangs unlösbar: Keine am Weg liegenden Hotels oder Hinweise auf geöffnete Agriturismo. Müssen wir wieder zurück und woanders was suchen? Eigentlich sind wir - nach der letzten eher dürftigen Nacht - zu müde und wollen nur noch duschen, was trinken und entspannen. Dank einer Konversation mit Händen und Füssen an der lokalen Tankstelle bekommen wir den Tipp und eine Beschreibung zum Hotel Cala Rosa. Schade, liegt nicht direkt am Meer und schaut von außen nicht nach "Das-ist-was-für-eine-müde-Bikertruppe" aus. Dürfen wir da überhaupt rein? Jochen erklärt sich - einstimmig von der Gruppe verdonnert - dazu bereit, die Verhandlungen zu führen: Erfolgreich! Das Cala Rosa stellt sich als Glücksgriff heraus: Genug Zimmer für Alle, in hübschen Bungalows angeordnet, Swimmingpool, Bar und Abendessen am Buffet. Bleischwer, erfrischt und glücklich sinken wir an diesem Abend in 4-Sterne-Betten.
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    Von Stintino nach Arborea

    Auch das Frühstücksbuffet am nächsten morgen kann sich sehen lassen. Und wir sind einhellig der Meinung, wenn wir nicht für die nächsten drei Nächte bei Arborea etwas gebucht hätten, würden wir noch eine Nacht bleiben. So heißt es aber von dem sehr empfehlenswerten Hotel ab aufs Bike und möglichst viele Kurven an der Küste bis zu unserem nächsten Domizil: Das Agriturismo "Le Mimose".
    Anfangs kommen wir dem Meer gar nicht so nahe, aber hinter Algehro haben wir einige, dann viele Kurven mit Meerblick. Der ist zwar heute etwas trüb, aber solange es nicht regnet…
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    Dann geht es wieder ins Bergland und auf die Suche nach einer Tankstelle. Aber die sind während der Mittagspause zu. Ein freundlicher Sarde gibt uns dann den richtigen Tipp und wir erreichen noch rechtzeitig eine Automatentanke - wie weit wir wohl noch gekommen wären?
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    Oberhalb von Oristano erreichen wir Marina die Torre Grande. Direkt unter dem großen Turm mit Blick aufs mehr gibt es dann Cafe, Erfrischungsgetränke und Eis. Und dann ist es nicht mehr weit zu unserem Agriturismo. Nur so leicht zu finden ist das gar nicht und wie vermutet direkt am Meer ist es auch nicht. Nach ein paar falschen Abzweigungen finden wir dann doch unsere Azienda "Le Mimose". Begrüßt werden wir von mehreren Bernhardinern und Pietro, der uns nach der ersten gestöpselten Frage auf italienisch empfiehlt, mit ihm deutsch zu reden "Das ist doch viel einfacher…".
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    Mit der telefonischen Reservierung durch Fabio hat alles geklappt. Die Wirtin Marina erwartet uns und wir kommen in netten Zimmern unter. Und auf die Frage von Pietro, ob wie denn ein kaltes Bier haben möchten, ertönt ein einstimmiges JA. Und die 0,66-Liter-Flaschen sind dann auch schnell geleert.
    Nachdem wir uns erfrischt haben, die Zimmer bezogen sind und speziell die Mädels mit den Hunden Freundschaft geschlossen haben, schwingen wir uns auch bald wieder auf die Bikes, um zu unserem Restaurant für das Abendessen zu fahren. Am Ende der Bucht von Oristano, in Marceddi zum Ittioturismo Piccola. Das hatten ich und Fabio im Internet gefunden und der Wirt hatte uns das "Le Mimose" vermittelt. Und er hatte angekündigt, dass wir prima die lokalen Meeresspezialitäten bei ihm essen können. Und zwar inkl. Getränke und mehr, als wir verdrücken können. Er hat nicht zu viel versprochen. Wir haben die Gelegenheit die unterschiedlichsten Spezialitäten (die wir uns nie so bestellt hätten) zu probieren: Muscheln (roh auf Eis und gekocht), Strandkrabben, Sardellen, Bottarga (Fischrogen), Fisch, …
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    Es mundet gar sehr und auch die wenigen, die nicht so auf Fisch stehen werden satt. Mit ein wenig Ratschen auf der Azienda geht der zweite Tag auf Sardinien erfolgreich zu Ende.


    In Arborea

    Am nächsten Morgen ist der Himmel trüb und es regnet etwas. Aber wir haben eh nicht wirklich Lust wieder mit unseren Bikes zu fahren und so stört uns das Wetter nicht weiter. Nach einem echten italienischen Frühstück (Cafe, Zwieback und Marmelade) sandeln wir so dahin und genießen es faul zu sein. Lediglich das Frühstück … wir tarocken nach und am nächsten Morgen ist es dann viel besser: Es gibt auch Brot und Salami.
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    Nachdem der Regen aufhört, zieht es Einige zum Strand und nach Arborea auf eine Capuccino. Ich bleibe in der Azienda und tanke schlafend ein wenig auf.
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    Abends fahren wir dann in das nahegelegene Arborea. Ein weinig Einkaufen, damit wir was zum Trinken und zum Knabbern haben und dann suchen uns eine Pizzeria. Auch hier speisen wir gut und den Schlaftrunk gibt es wieder bei den Bernhardinern.

    Der zweite Morgen im "Le Mimose" begrüßt uns mit gutem Wetter. Und nach dem nun besseren Frühstück entschließen sich die Meisten zu einer Tour in die Berge. Hubert und Inge wollen zum Strand und ich werde mal sehen, ob man am Strand entlang fahren kann und wo morgen der Damm ist, über den wir rüber müssen. Und noch mal den Kühler beobachten. Der suppt nämlich immer, wen meine LTZ sehr warm wird. Aber bis jetzt keine Probleme mit dem Quad…
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    Die Tour in die Berge muss ziemlich cool gewesen sein. Die Bilder zeigen, dass da viel Spaß dabei war - inklusive einem "Damenopfer".
    Nachdem alle wieder "zu Hause" sind, entscheiden wir uns, heute Abend nicht Essen zu gehen, sondern vor unseren Zimmern zu schlemmen. Also ab nach Arborea in den Alimentari und eingekauft: Wein, Brot, Tomaten, Käse, Wurst, Ramazotti, Sambucca, …
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    Es wird ein Festessen mit viel Gelächter. Und die Oma der Azienda hat anscheinend so viel Spaß an uns, dass sie uns spontan eine Flasche Myrtho - eine lokale Spirituosenspezialität - bringt. Leider lässt sie sich nicht dazu überreden ein Gläschen mit zu trinken.


    Von Arborea nach Castiadas

    Nach einer herzlichen Verabschiedung von Marina und dem "Le Mimose" geht es am nächsten Morgen über den Damm, den wir eigentlich nicht befahren dürfen, weiter die Westküste der Insel entlang. Ziel für heute ist Castiadas, der Ort, aus dem Fabio herkommt und wo er uns dann Agriturismo von Maria - eine Freundin seiner Familie - vermittelt hat.
    Die Routenplanung ist gut und Strassen und Landschaft machen viel Spaß. Aber wir verlassen die geplante Route - eher unbewusst: Wir folgen den Wegweisern zur Costa Verde. Hier haben wir die ersten Umfaller auf der Insel. Hinter einer Kurve wandert eine kleine Düne über die Strasse. Kein Problem für das Quad, aber Jochen, als zweiter in der Reihe eiert schon ganz schön. Und Ernstl und Marinus finden die falsche Spur im Sand und entscheiden sich eher unfreiwillig und quasi aus dem Stand dazu, einmal mit dem Sand zu kuscheln. Mehr passiert aber glücklicher Weise nicht. Nach dem die beiden Bikes wieder stehen und alle einmal kurz erleichtert gegrinst haben, fahren wir weiter. Nach ca. 200 Metern ist dann die asphaltierte Strasse zu Ende. Auf meine Frage als Guide, ob wir weiter auf der Schotterpiste fahren sollen, kommt ein einhelliges JA. Man kann ja sehen, dass es nur ein paar Meter ohne Asphalt sind.
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    Nach weiteren ca. 200 Metern kreuzt der erste Bach die Piste. Auch hier entscheiden sich alle zum Weiterfahren. So richtig Spaß macht die Bachdurchfahrt aber wahrscheinlich nur mir mit meinem Quad. Extra fürs Foto drehe ich eine zweite Runde mit etwas mehr Speed - ganz schön nass, wenn man vergisst das Helmvisier zu schließen. Aber es ist ja warm. Und dann stellen wir fest, dass die Piste nicht nach ein paar Metern zu Ende ist, eher nach ein paar Kilometern. Aber umkehren macht keinen Sinn mehr.
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    Auch der kleine Fluss, denn wir dann erreichen - und der die Piste durchquert - ändert nichts an der Entscheidung. Etwas holprig (bloß nicht umwerfen) pilotieren wir die Motorräder durch das Gewässer. Mir und meinem Quad macht das Ganze nicht aus und der Spaß ist so groß, dass ich mehrmals hin- und herfahre - diesmal mit geschlossenem Visier.
    Danach geht es nicht mehr allzu lange über die Piste. Vorbei an einer Bergwerks-Geisterstadt erreichen wir wieder festen Boden unter den Rädern und über schöne Bergstrassen geht es weiter.
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    Beim nächsten Stopp wieder eine kleine Panne: Hubert hat anscheinend ein Loch im Reifen und verliert langsam Luft. Also pumpen wir mit Gaskartuschen wieder auf und Hubert und Inge machen sich begleitet von Dieter auf den direkten Weg nach Cagliari, um dort schnell einen Ersatzreifen zu bekommen. Wir anderen setzen unseren Weg fort. Mittlerer Weile ist es ziemlich heiß und wir wollen an der nächstmöglichen Bar einkehren, um den Durst zu löschen. Und es könnte gar nicht besser sein: Die Bar liegt unmittelbar an einem riesigen Sandstrand. Also nicht nur den Durst gelöscht, sondern auch den Körper erfrischt - einfach nur geil!
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    Aber es ist schon relativ spät und wir haben noch Einiges an Kilometern vor uns. Daher beschließen wir, die Route zu verändern und die Süd-West-Küste nicht auszufahren. Bei Giba nehmen wir den direkten Weg nach Cagliari und erwischen eine schöne kurvenreiche Bergstrecke, die anscheinend auch den lokalen Motociclisti sehr zusagt. Wir haben die Strecke gerade hinter uns, als etliche Sarden mit Ihren Bikes in die Strecke einbiegen. Und so, wie die das tun, ist nicht zu erwarten, dass die nur cruisen wollen…
    Der Weg außen um Cagliari herum ist ein notwendiges Übel und wir bemühen uns, so schnell wie möglich wieder an die Küste zu kommen. Beim Tanken bekommen wir eine SMS, dass Hubert mit einem neuen Reifen nicht erfolgreich war (es ist Samstagnachmittag) und er gerade in einer kleinen Motorradwerkstatt beim Reifenflicken ist. Das liegt eh auf unserem weiteren Weg und tatsächlich kurz hinter der Werkstatt treffen wir wieder mit Hubert und Inge und Dieter zusammen. Wir können also den Rest der Kilometer an diesem Tag gemeinsam zurücklegen.
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    Die Südküste, östlich von Cagliari ist wunderschön und die Strasse führt immer direkt an der bergigen Küste entlang. Türkisblaues Wasser (ja, Jochen, ich habe nicht vergessen, dass das Wasser keine Farbe hat, sondern das der Meeresboden dafür verantwortlich ist).. also: Türkisblaues Wasser in sandigen Buchten ist hier unser Wegbegleiter. Da stört auch der dichte Verkehr nur wenig.
    Mit diesen Eindrücken erreichen wir das Anwesen von Maria und Mario. Eine malerisches Agriturismo mit blühendem Oleander, reifen Zitronen und Orangen.
    Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben und uns frisch gemacht haben, steht uns der Sinn nach einem kühlen Bier. Leider kann Maria damit nicht dienen, aber der angebotene Wein ist nicht zu verachten und die Einladung in die Küche lässt uns das Wasser im Munde zusammen laufen: Das wird ein Abendessen nach unserem Geschmack.
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    Und was dann tatsächlich aufgetischt wird, übertrifft die Vorankündigung noch mal: Nudeln an denen man sich schon satt essen kann, dann Lamm und Huhn vom Spieß mit selbstgebackenem Brot, dazu Wein und Wasser nach Bedarf. Und zum Nachtisch Baiser und Kuchen und selbstgemachten Schnaps: In drei verschiedenen Sorten.
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    Das Essen ist so gut, dass wir sofort beschließen, auch am zweiten Abend Marias Kochkunst in Anspruch zu nehmen und nicht wie bei der Tourplanung angedacht, in eine örtliches Restaurant zu gehen.


    In Castiadas

    Castiadas, dass ist der Ort, an dem ich im Jahr zuvor mit der Familie bei Fabio und seiner Mama Urlaub gemacht habe. Daher kenne ich mich ein wenig aus und so empfehle ich am nächsten Morgen einen lokalen Strand zum Baden. Nach einem gigantischen Frühstück mit Eiern, Kuchen, Schinken, Käse und gutem Cafe fahren wir die 10 Minuten bis Cala Pira und genießen hier Sonne, Sandstrand, türkisblaues Meer und einen leichten Sonnenbrand.
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    Nach ausgiebigem Baden geht es auf einen Cafe nach Villasimius, nicht ohne Fotostopps an der beeindruckenden Küste, die mit zur Costa Rei gehört.
    Auf dem Weg zurück zu Maria machen Jochen und ich noch einen Abstecher in den Badeort Costa Rei und organisieren eine Quadtour für den nächsten Tag.
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    Mit Kicker und einem erneut üppigen Essen bei Maria - diesmal gibt es Fisch: Spigole und Orate - klingt der sechste Tag unserer Giro di Sardegna aus. Aber dass wir bereits die Halbzeit unseres Sardinienurlaubs überschritten haben, daran verschwendet an diesem Abend keiner einen Gedanken.

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    Der zweite Tag bei Maria ist auch wieder für Faulenzen und Spaß vorgesehen. Es geht also an die Cala di Marina, ein anderer großer Strand in der Nähe. Hier ist es sogar Andy so heiß, dass er sich ins Wasser verirrt. Und auch die Bars am Strand haben offen - Erfrischung pur.
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    Und dann am Nachmittag steht die geplante Quadtour an. Ines und Bernd, Ernstl, Dieter und Jochen sind die Kandidaten, die ihr Zweirad gegen eine Quad tauschen. Ich selber werde die Tour mit meinem Quad fahren. Roberto unser Guide erwartet uns schon und er kann sich sogar an mich vom letzten Jahr erinnern. Nach kurzer Einweisung geht es los. Nach wenigen Metern erstmal ab in die Pampas - und es gelingt den Neulingen auf dem Quad echt gut. Über Wege, bei denen man sich wundert, dass außer Quads hier auch das eine oder andere Auto entlangfahren kann, geht's zum Capoferrato. Hier machen wir eine kurze Pause und genießen den außergewöhnlichen Blick auf die zerklüftete Küste.
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    Ines nutzt den Stopp, um Killi mehr Fahrspaß zu garantieren und steigt um zu Roberto aufs Quad. Und das erhöht unser aller Fahrspaß, denn Ines sorgt dafür, dass wir die eine oder andere Kurve mehr drehen. Weiter geht's hinterm Strand lang. Ich als letzter in der Gruppe (5 Quads vor mir) schlucke ganz schön Staub. Aber auch Ernstl hat ziemlich "Farbe" bekommen und zeigt diese bei der Zwischen-Erfrischungs-Rast.
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    Und dann dürfen wir mit Roberto noch über den Berg: Wir passieren ein paar Gitter und Gatter und Ketten und erklimmen nahezu auf direktem Weg die Bergkette. Oben angekommen werden wir mit einem gigantischen Blick auf die Costa Rei belohnt. Leider geht auch diese Tour wieder viel zu schnell zu Ende. Glücklich und sehr verstaubt wechseln wir - ne, ich nicht - wieder auf die Bikes.
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    Jochen, der seit Arborea unser Alimentari ist (das kommt davon, wenn man so viel Platz in seinen Motorradkoffern hat), entdeckt auf dem Rückweg zu Maria einen geöffneten Supermercato und kann diesen Abend endlich wieder das gute sardische Bier "Ichnusa" trinken.
    An diesem Abend verwöhnt uns Maria noch mal richtig: Es gibt - neben Vorspeise und Primi - ein super knuspriges Spanferkel vom Grill. Müssen wir wirklich morgen schon weiter?
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    Aber wir haben ja schon wieder was für die nächste Nacht ausgemacht: Rosemarie und Sepp machen gerade Urlaub in Orosei und schwärmen von Ihrem Hotel, dass auch genug Zimmer frei hat. Also ändern wir unsere Routenpläne und beschließen auf jeden Fall bis Orosei zu fahren.


    Von Castiadas bis Orosei

    Nachdem Montag ein Feiertag war, kann Hubert erst heute einen neuen Reifen holen. Inge und er werden also nach Cagliari fahren. Dieter muss am Samstag schon wieder Arbeiten und wird uns daher heute schon verlassen, um in Olbia eine Fähre zu bekommen. Hubert und Inge wollen sich ihm anschließen und auch Marinus wird uns vorzeitig verlassen. Mit den Beiden fahren wir aber die ersten paar Kilometer noch gemeinsam.
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    Nach dem Abschied von Maria & Mario geht es nordwärts nach Muravera (Mist, ich habe den Abstecher bei den Flamingos vergessen…). Dort wir getankt und Dieter und Marinus sagen Lebewohl. Sie fahren auf der SS124 weiter nach Norden, wir nehmen dien Weg ins Inselinnere. Wir wollen schließlich die Grotte bei Ulassai besuchen. Unterwegs treffen wir zufällig auf Manuela und Alex, die sich uns spontan anschließen. Leider wird dann aber nichts aus der Grotte: Gerti hat mal wieder Pech. In Perdasdefogu wechselt einfach eine Sardin mit ihrem Auto die Straßenseite direkt auf Gerti zu. Nur eine Vollbremsung verhindert den Zusammenstoß, aber das Umfallen kann Gerti nicht verhindern.
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    Und mit der Aufnahme der Schäden und des Vorfalls durch die Carabinieri verlieren wir zwei Stunden und damit ist der Besuch der Grotte nicht mehr möglich. Wir würden nicht rechtzeitig bei Sepp und Rosemarie sein können. Aber eigentlich ist das nicht so schlimm. Wichtiger ist, dass außer ein paar Kratzern am Motorrad bei Gerti nichts passiert ist.
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    Also geht es vorbei an Ulassai, die Landschaft hier erinnert zeitweise an das Monument Valley im amerikanischen Arizona, nach Arbatax zu den roten Felsen. Diese Sehenswürdigkeit wollten wir nicht auslassen und Manuela und Alex haben hier eh ihren Stützpunkt auf dem Campingplatz.
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    Wir trinken gemeinsam einen Eiscafe und dann verabschieden wir uns wieder bis in zwei Tagen in Olbia, wo wir gemeinsam die Fähre zurück nach Livorno nehmen werden.
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    Wir anderen fahren weiter in die Berge. Die SS124 steigt hier bis übe 1.200 Meter ü.d.M. und wir haben ansatzweise Erinnerungen an unsere "normalen" Alpentouren. Gegen Ende der Bergstrecke sieht es verschärft nach Regen aus. Aber auch heute haben wir wieder Glück und die paar wenigen Tropfen machen uns nicht wirklich nass. Kurz vor Orosei führt uns die Strasse dann noch durch einen Marmorsteinbruch - beeindruckend. Und das ist dann auch von außen das Marina Beach Ressort in Orosei, wo wir von Sepp erwartet werden.
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    Leider ist das Hotel nicht für unsere Art Urlaub auf der Insel geeignet. Wahrscheinlich ist es ganz prima, wenn man eine Woche relaxen möchte, aber nach der familiären Unterbringung bei Mari in Castiadas ist uns das Ganze zu viel Tourismusindustrie. Wir freuen uns zwar, Rosemarie, Sepp und deren Tochter zu sehen, sind aber froh, dass wir nur eine Nacht hier verbringen (und ein wenig traurig, dass wir nicht doch noch eine Nacht bei Maria und Mario verbracht haben).


    Von Orosei nach Vignola di Mare

    Pattada ist als Stadt der Messerschmiede weltberühmt. Und nicht nur Ernstl will dahin. Also ist die Stadt in der Mitte der Insel unser erstes Etappenziel am heutigen Tag. Da Gerti der Unfall von gestern noch in den Knochen steckt, vereinbaren wir mit Andy und Gerti, dass wir uns erst wieder in Pattada treffen und nicht auf die heute etwas Langsameren warten sollen. Gesagt, getan. Wir legen die Wegpunkte fest und fahren los.
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    Das wir dann aber einen - zugegeben sehr reizvollen Umweg machen ist nicht geplant und so sind es Gerti und Andy, die in Pattada auf uns warten müssen. Unser Umweg dauert eine knappe Stunde und bringt uns den ersten wirklich nassmachenden Regen. Kurz vor Budduso - die Abzweigung hätte ruhig 2 Kilometer früher sein können - fahren wir durch einen Wolkenbruch. Glücklicherweise dauert der nur 5 Minuten, denn eine Möglichkeit zum Anziehen von Regenklamotten hätten wir trocken eh nicht gehabt. In Budduso brauchen wir aber erstmal einen wärmenden Cafe und lassen noch einen Schauer vorbei ziehen. Dann geht es nach Pattada. Die Messerschmiede ist winzig und das beeindruckt dann umso mehr. Ernstl ersteht sogar ein sehr schönes Messer, obwohl der Reiseführer was von mehreren Wochen Wartezeit gesagt hat.
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    Ach ja, wo wollen wir eigentlich heute Übernachten? Andy erinnert sich daran, dass es bei Vignola di Mare einen Campingplatz gibt (wir waren am ersten Tag auf Sardinien ja schon in Vignola) und wir werden also versuchen, da für eine Nacht Unterkunft zu finden. Vorbei am Lago del Coghinas, einem der großen Seen auf Sardinien erreichen wir wieder einen Teil der Strecke vom ersten Tag, der uns wieder ans Meer bringt.Und wir haben Glück: Wir bekommen Zimmer im Hotel direkt am Strand. Die stellen sich, wie auch Abendessen und Frühstück, als suboptimal heraus, aber für eine Nacht - die letzte auf Sardinien - können wir damit leben.
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    Von Vignola di Mare nach Olbia

    Der letzte Tag auf der Insel: Heute Abend geht die Fähre zurück nach Livorno. Etwas wehmütig trifft uns diese Erkenntnis.
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    Aber wir wollen den Tag noch mal genießen. Heute ist die Nordküste, die Costa Smeralda dran. Zuerst geht es zum Capo Testa, einer bizarren Felsformation an der Nordspitze der Insel. Von hieraus ist auch Korsika gut zu sehen - auch mal eine Tour wert…
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    Weiter geht es zur nächsten Felsformation, dem Capo D'Orso. Es macht seinem Namen alle Ehre, denn der "Bär" auf dem Gipfel des Steinhaufens ist weithin gut zu erkennen und von oben hat man einen schönen Rundblick über die Buchten. Wir erkennen auch eine kleine Straße, die über ein paar Meter sogar über den Strand führt. Und wir finden tatsächlich den Weg dahin und können so immer nah an der Küste entlang fahren. Auch hier ist die Insel sicher einen längeren Aufenthalt wert, aber leider diesmal nicht für uns. Wir haben nur die Zeit uns in einer kleinen Osteria ein leckeres Mittagessen zu gönnen.
    Von Porto Cervo hatten uns gestern Rosemarie und Sepp schon erzählt. Dort, wo die Schönen und Reichen (Aga Khan, Putin, …) ihre Villen und Yachten liegen haben. Da es auf dem Weg liegt, müssen auch wir an den Hafen und mal schauen, mit welcher Luxusyacht "unsere Putzfrau gerade unterwegs ist". Beeindruckend sind die Schiffe ja schon, aber begehrenswert???
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    Noch ein Gruppenfoto und kurz drauf sind wir bereits wieder in Olbia. Da wir noch Zeit haben, geht es in Innenstadt, wo uns Manuela und Alex über den Weg laufen und die Truppe für die Rückfahrt wieder komplett machen. Nach einer Capuccino-/Latte Macciato-Pause fahren wir zum Hafen und dürfen die Bikes in erster Reihe zum Beladen auf die Fähre aufstellen.
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    Noch ein letztes, typisches Abendessen im Hafenrestaurant und dann geht es auch schon aufs Schiff. Pünktlich legen wir ab und nehmen wehmütig Abschied von "Gottes kleinstem Kontinent". Und wir wissen alle, wir werden wieder kommen.
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    Von Livorno zum Gardasee

    Ziemlich unausgeschlafen kommen wir am nächsten Morgen in Livorno an. Die Liegesessel waren zwar nicht unbequemer als auf der Hinfahrt, aber die Deckenkonstruktion hat zusätzlich zum Schiffsmotor extra laut geklappert und so war das Schlafen schwieriger.
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    Da wir als Erste ins Schiff durften, sind wir beim Verlassen fast die Letzten. Aber es geht dann doch ausreichend fix und nachdem wir Livorno hinter uns gelassen haben, finden wir eine Tankstelle mit einer Bar, an der wir an diesem Morgen richtig gut frühstücken können. Gestärkt geht es weiter. Wir haben schließlich 350 km bis zum Stella D'Oro vor uns und wir wollen die Autobahn vermeiden. Also die geht es die Landstrasse über Pisa Richtung La Spezia entlang. Lediglich Andy, der sehr schlecht geschlafen hat, und Gerti, die ihr Handgelenk beim Kuppeln spürt, nehmen die Autobahn. Bis Carrara ist die Landstrasse eine elende Zuckelei. Aber es gibt eine "Abkürzung" bei Carrara, die uns La Spezia umgehen lässt. Also fahren wir in Carrara auf Verdacht rechts Richtung Berge (und verlieren dabei Manuela und Alex).
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    Ob das der richtige Weg ist? Nein, wie sich herausstellt, denn wir landen quasi mitten in einem Marmorsteinbruch. Dafür dürfen wir den LKWs durch einen alten Minentunnel folgen und sehen nach einigen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt. Und dann geht rechts noch mal eine Strasse weg: Diesmal sind wir richtig und fahren eine wunderschöne Strecke durch die Toskana vorbei an Fosdinovo. Abkürzung geglückt und bei Aulla treffen wir auf die SS62, die uns über den Apennin nach Parma bringt. Viele Kurven durch die Berge machen Spaß, auch wenn die Strasse schon mal in einem besseren Zustand war.
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    Die Poebene liegt vor uns. Diesmal ist es aber nicht ganz so ätzend, sie zu durchqueren, da sie nicht schräg, wie auf der Hinfahrt, sondern im rechten Winkel durchfahren. Etwas Anderes macht uns mehr zu schaffen: Die Müdigkeit macht sich zunehmend bemerkbar. Also dringend eine Pause machen. Und während der Pause fängt es - das erste Mal auf der ganzen Tour - so richtig zum regnen an. Glück, dass wir trocken unsere Regenklamotten anziehen können. Und der Regen begleitet uns die letzten 100 Kilometer bis nach Pieve. Gerti und Andy sind schon etwas länger da und sind trocken angekommen. Manuela und Alex sind klatsch nass. Da ein Autofahrer Manuela in Desenzano an einer Kreuzung leicht angetippt und umgeworfen hat, mussten die beiden bei strömenden Regen die Unfallaufnahme durch die Carabinieri abwarten. Aber auch hier ist außer ein paar Dellen und Kratzern am Bike Gott-sei-dank nichts passiert.
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    An diesem Abend geht es noch mal gemeinsam ins Prese und danach schon bald sehr müde ins Bett.


    Vom Gardasee nach Hause

    17ter Urlaubstag: Heute geht es heim (nur Gerti und Andy fahren erst morgen)!
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    Auf direktem Weg - aber ohne Autobahn - fahren wir das Eisacktal hoch. Man merkt, dass es kein Ferienwochenende ist, denn wir kommen durch alle großen Orte (Trento, Bozen, Brixen) außergewöhnlich zügig voran. In Bozen geraten wir in einen Regenschauer und Blick Richtung Brenner lässt nichts Gutes erwarten. Bei Klausen entscheiden wir uns daher, die Regenkombis anzuziehen. Eine gute Entscheidung, den das hält Petrus anscheinend davon ab, die Himmelsschleusen zu öffnen. Wir haben bis nach Hause keine nennenswerte Nässe mehr zu berichten.
    In Innsbruck Süd trennen sich dann unsere Wege: Anni und Rolli und ich fahren weiter durchs Inntal (nächstes Mal nehmen wir hier doch die Autobahn), der Rest über Mittenwald Richtung München.


    Fazit:

    Eine geil Tour ist nach 17 Tagen und Alles in Allem fast 3.500 Kilometern zu Ende. Wir sind alle gesund zu Hause angekommen und schwelgen nun in Erinnerungen an schönes Wetter, weiße Strände, blaues Meer und kulinarischen Hochgenuss. Es wird schwer sein, diese Tour zu toppen und Sardinien wird uns auf jeden Fall wiedersehen.