2010: Ammerwald - Prestine - San Giacomo Filippo - Nauders - Garmisch-Patenkirchen (4 Tage)

  • Start: Ammerwald (Reutte)
  • Ende: Garmisch-Patenkirchen
  • Länge: 915 km
    (1. Tag 315 km, 2. Tag 265 km, 3. Tag 220 km, 4. Tag 115)
  • Orte:
    Ammerwald (Reutte) - Plansee - Fernpasshöhe - Landeck - Reschenpass - Stilfserjoch - Bormio - Gaviapass - Edolo - Prestine (Ende 1. Tag) Prestine - Edolo - Aprica Pass - Teglio - Tirano - Pschiavo - Forcola di Livignio - Livignio - Lago di Livignio - Zernez - St. Moritz - Julierpass - Malojapass - San Giacomo Filippo (Ende 2. Tag) San Giacomo Filippo - Splügenpass - Thusis - Tiefencastel - Davos - Flüelapass - Süs - Zernez - Ofenpass - Malles Venoste - Reschenpass - Nauders (Ende 3. Tag) Nauders - Landeck - Imst - Fernpasshöhe - Garmisch-Patenkirchen (von hier Heimreise)
  • Karte 1. Tag
  • Karte 2. Tag
  • Karte 3. Tag
  • Karte 4. Tag

  • Die erste Tour dieses Jahr liegt ziemlich spät: Anfang Juli geht es zur Hohen-Berge-Tour. Den Termin haben wir extra so gewählt, damit wir die Chance haben, dass alle Pässe, auch die in der Schweiz, offen sind.
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    Los geht es am BMW Alpenhotel Ammerwald, zwischen Ettal und Reutte. Der Ort ist für einen Tourstart eher ungewöhnlich, aber da am gleichen Wochenende die BMW Motorrad Days in Garmisch-Patenkirchen sind, haben wir kurzer Hand den Startpunkt ein wenig verlegt. Das ist auch gut so: Eine BMW nach der Anderen fährt auch hier in Ammerwald vorbei - in Summe waren ca. 30.000 BMWler bei den Motorrad Days.
    Damit wir nicht zu sehr aufgehalten werden, schauen wir, dass wir möglichst schnell aus diesem Dunstkreis rauskommen. Vorbei am Plansee über die Fernpasshöhe (hier ist zeimlich viel Verkehr und wir damit nicht so schnell wie gewünscht) machen wir den ersten ernsthaften Stopp erst am Reschensee.


    Und dann kommt der erste Pass: Es geht 44 Kehren das Stilfser Joch hoch. Sehr enge Kurven machen den Weg hinauf anspruchsvoll. Dass wir Wolfgang, Max und Enrico verloren haben, haben wir gemerkt und hoffen sie oben am Pass anzutreffen. Aber die drei fahren über dem Umbrail-Pass und so gibt es das Wiedertreffen erst in Bormio.
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    Nach den vielen Kehren ist Pause angesagt. Die erspart uns den Regenschauer auf dem Bike und so können wir nach der Pause den Weg trocken fortsetzen. Allerdings trennt sich die Gruppe: Ein paar sind so vom Fußball-WM-Viertelfinale Argentinien:Deutschland gefesselt, dass sie beschliessen, später weiterzufahren und uns erst abends im Hotel wieder zu treffen.
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    Also geht's in zwei Gruppen weiter. Und auf dem Weg den Pass hinunter fasziniert uns ein gewaltiger Wasserfall. Das so weit oben so viel Wasser im Berg ist...
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    Nächster Pass ist der Gavia. Hier oben auf 2.560 m ist fast noch Winter (gut, dass wir erst so spät im Jahr gefahren sind) und der Nebel macht die Abfahrt vom Pass zu einer Sache, die wir ganz vorsichtig angehen. Die Strasse ist z.T. nicht breit genug für ein Auto und ein Motorrad und die Sicht deutlich unter 50 m. Aber alle kommen heil durch diese Suppe.
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    Danach ist der Weg zum Hotel in Prestine etwas fad. Relativ spät - die Fußball-Gucker nochmal später - kommen wir im Hotel Oasi Verde an, wo wir den Abend beim Essen - wahlweise Menü oder Pizza - ausklingen lassen.

    Der nächste Morgen bringt die Vorfreude auf die ersten Pässe in der Schweiz: Der Bernina soll es sein. Pünktlich wie ausgemacht geht es los. Doch bald gibt es die erste Verzögerung: Jürgen hat seinen Rucksack im Hotel liegen lassen. Also ist vereinbart, dass wir an geeigneter Stelle auf ihn warten.
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    Kurz vor der Abzweigung zum Berninapass finden wir ein nettes Rasthaus mit einer Bedienung, die stark an Helga Feddersen erinnert - sowohl optisch, als auch vom Humor her. Markus bekommt anschaulich erklärt was ein Palle (Eis) ist. Die Bedienung tätschelt seinen Bauch "Das ist auch ein Palle".
    Wir sitzen lange genug und Jürgen trifft wieder zu uns. Und wir diskutieren den Umweg, den wir von hier nehmen müssen: Der Berninapass ist wegen Murenabgang gesperrt. Also fahren wir über den Forcola und durch Livignio und tauschen einen Teil der Tour mit dem nächsten Tag aus.
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    Hinter Livignio geht es am gleichnamigen Lago vorbei und dann, auf der Talsperre, gibt es urplötzlich eine Mautstation für den folgenden Tunnel. Pech gehabt, aber da es keine Alternative gibt...
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    Nachdem Tunnel geht es über Zernez nach St. Moritz. Anfangs noch ein paar schöne Kurven, dann leider nur eine relativ langweilige Transferpassage.
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    Nach St. Moritz gibt es am St. Moritzsee eine Kaffeepause. Und weil uns heute durch den gesperrten Berninapass ein paar weitere Pässe ausgefallen sind, beschließt ein Teil der Truppe den Julierpass einmal rauf und wieder runter zu fahren und so doch noch zu den ersehnten Kurven zu kommen.
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    Den Malojapss nehmen wir kaum war, zu unspektakulär, und mit den Eindrücken des Staumdamms des Lago di Livignio - von unten - und dem Glück, den Wolkenbruch vor uns nicht mehr durchfahren zu müssen, erreichen wir San Giacomo Filippo, das Etappenziel für diesen Tag.
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    Wow, ist aber eine super Domizil, das Italo-Svizzero. Lorena ist eine sehr nette Gastgeberin und das vorab organisierte Abendessen im zugehörigen Restaurant ist allereste Klasse.
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    Am nächsten Morgen gibt es auf Wunsch der Wirtin und auch auf unser Betreiben ein Gruppenforo mit Bikes - und wir alle sind einhellig der Meinung, dass dies die beste Albergo ist, in der wir seit Längerem waren. Und wir kommen sicher wieder!

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    Heute geht es los mit dem Splügen-Pass (den wollten wir gestern eigentlich runterkommen). Aber auch diese Richtung ist nicht verkehrt. Durch wunderbare Hochgebirgslandschaften schlängelt sich die Strasse den Berg rauf. Und oben überrascht uns in türkisblauer Stausee: Zeit also für eine Fotopause.
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    Und dann lernen wir, dass in der Schweiz das "Alpenvieh" frei neben und auf der Strasse leben darf. Ganz nah vorbei an Hörnern und Hinterteilen kurven wir den Berg wieder hinab.
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    Unten ist dann wieder Sammeln angesagt, nachdem die individuellen Fotopausen die Gruppe doch ziemlich auseinandergezogen hat.
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    Neben der Autoschnellstrasse geht es entlang einer tiefen Schlucht weiter. Auf der folgenden Passage nach Davos geht ein schneller Teil der Gruppe "verloren" und muss auf den Rest warten, da wir eine Kaffeepause einlegen, in der Annahme die "Verlorenen" seien hinter uns.
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    Der nächste Pass folgt unmittelbar: Auf dem Flüela ist es etwas ungemütlich, es fragt sich, ob es heute noch Regen geben wird. Ich, Henrik, entscheide mich - zumal mir auf den relativ schlechten Strassen hier in der Schweiz so langsam die Kraft in den Armen ausgeht - nach dem Pass den kurzen weg nach Nauders zu fahren. Der Rest der Truppe beschließt, den Weg über den Ofenpass zu nehmen und so trennen wir uns hier bis zum Abend.
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    Aber auch die gute Stunde alleine beschert mir noch schöne Eindrücke. Sowohl die Landschaft ist sehenswert, als auch die Regentropfen, die von Kurve zu Kurve mal fallen und dann ganz plötzlich eben nicht mehr, machen die Fahrt kurzweilig. Und auch die anderen haben eine schöne Strecke über den Ofenpass.
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    Im Verwöhnhotel Alpetta in Nauders treffen wir dann am späten Nachmittag wieder zusammen und mit einem entspannenden Saunagang, einem gute Abendessen und Plänen für die Strecke für die Heimfahrt am morgigen Tag geht auch der dritte Tag der Hohen-Berge-Tour zu Ende.

    Am nächsten Morgen ist das Wetter sehr indifferent. Erst ein wenig Regen, dann Hoffnung beim Frühstück, es reißt auf. Also entscheiden wir, abhängig vom Wetter die Pillerhöhe, das Hahntennjoch und das Namlostal zu fahren. Der Regen der bald und noch vor Landeck einsetzt, macht diese Pläne zu Nichte. Daher steht der letzte Tag der Tour ganz im Zeichen der Heimfahrt. Kurz vor Garmisch trennen wir uns: Die Münchner machen noch eine Kaffeepause, die Ingolstädter fahren über Garmisch direkt auf die Autobahn, Max und Jörg biegen ab Richtung Füssen und ich fahre wieder über Ammerwald nach Hause.

    Fazit: Eine schöne Tour mit vielen netten, neuen Gesichtern. Das hat Lust auf mehr gemacht. Und durch Lawinenabgänge, Umplanungen und Regenwetter sind doch einige Kurven übriggeblieben, die irgendwann eine weitere Tour in dieser Gegend erfordern.