2007: Bernau - Sauris - Gardasee - Nauders - Kolbemoor
(5 Tage)

  • Start: Bernau am Chiemsee
  • Ende: Kolbermoor
  • Länge:
    1.265 km (1. Tag 315 km, 2. Tag 320 km, 3. Tag 155 km, 4. Tag 255 km, 5. Tag 220 km)
  • Dauer: 5 Tage
  • Orte:
    Bernau am Chiemsee - Marquartstein - Reit im Winkl - St. Johann - Saalfelden - Maria Alm am Steinern Meer - Lend - Dorfgastein - Badgastein - Böckstein (Autoschleuse mit Zug) - Mallnitz - Obervellach - Rangersdorf - Lienz - Gailbergsattel - Kötschach - Mauthen - Plöckenpaß - Paluzza - Comeglians - Ovaro - Villa Santina -Sauris (Ende 1. Tag) - Sauris - Ampezzo - Sella Corso - Passo della Mauria - Pieve die Cadore - Passo Cibiana - Forno - Passo Duran - Agordo - Forcella Aurine -Passo de Cereda - Transacqua - Imer - Fonzaso - Arsie - Grigno - Levico Terme - Trento - Vezzano - Dro - Arco - Riva del Garda - Limone sul Garda - Pieve di Tremosine (Ende Hinfahrt) - Pieve di Tremosine - Limone - Riva del Garda - Lagodi Tenno - Ballino - Vigo Lomaso - Ponte Arche - Sarche - Vezzano - Calavino - Lasino - Cavedine - Vigo - Drena - Dro - Arco - Riva del Garda - Limone - Vesio - Villa - Pieve di Tremosine(Ende Rundtour) - Pieve di Tremosine - Limone sul Garda - Riva del Garda - Lago di Tenno - Ballino - Vigo Lomaso - Ponte Arche - Sarche - Vezzano - Trento - Lavis - San Michele - Mezzolombardo - Taio - Sanzeno - Fondo - Unsereliebe Frau im Walde - Gampenpass - Lana - Meran - Naturns - Schlanders - Mals - Graun - Reschenpass - Nauders (Ende 4. Tag) -Nauders - Pfunds - Pillerhöhe - Wenns - Ötztal - Telfs - Leutasch - Scharnitzpaß - Mittenwald - Wallgau -Sylvensteinsee - Achenpaß - Kreuth - Tegernsee - Hausham - Miesbach - Au bei Bad Aibling - Kolbermoor (Ende der Tour)
  • Karte 1. Tag (1,39 MB)
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  • Schon ein Wochenende vor der diesjährigen Jahresabschlusstour unserer Motorradfahrgemeinschaft MFG Sambucca juckt die Gashand erheblich. Das Wetter ist schön und ich (Henrik) kann die kommende Tour fast nicht erwarten. Am letzten Septembersamstag ist es dann soweit. Stefan, der schon am Freitag zu mir gekommen ist, und ich machen uns nach einem kleinen Frühstück auf den Weg zum Treffpunkt: Die Tankstelle direkt an der Autobahnausfahrt Bernau der A8.
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    Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt sind alle Mädels und Jungs da und wir brechen auf. Noch scheint die Sonne zwar nicht, aber nach einigen Kilometern wird das Wetter strahlend schön, leider ist es immer noch etwas kühl. Hinter St. Johann wird es dann leider wieder bedeckt und wir kommen sogar ein paar Minuten in relativ dichten Nebel. Aber das muss anscheinend so sein, denn nach dem Nebel ist der Himmel nahezu wolkenlos und wir trinken unterhalb des Hochkönig auf einer Hotelterasse den ersten Cappucino der Tour.
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    Zeitlich voll im Plan erreichen wir das Gasteiner Tal und wir haben genug Zeit, hier vor der reservierten Autoschleuse von Böckstein nach Mallnitz noch Mittagessen zu gehen. Wir erwischen ein sehr gutes Restaurant, müssen dann mit dem Bezahlen aber doch ein wenig hetzen.
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    Die Autoschleuse - für die Allermeisten von uns eine Premiere - ist eine gelungene Alternative zum Felbertauerntunnel, den wir auf den Touren ja schon öfter zur "Unter"windung der Hohentauern befahren haben. Rauf auf den Zug und knapp 15 Minuten mit der Eisenbahn durch den Tunnel. Und das Ganze für 10 Euro je Motorrad oder Quad (Sozias zahlen nichts). Na klar wären wir lieber über die Großglockner Hochalpenstrasse gefahren. Aber dazu war das Wetter die Wochen zuvor zu schlecht und es liegt zuviel Schnee auf dem Glockner.
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    Dass die Entscheidung, die Hochalpenstrasse nicht zu befahren, richtig war zeigt sich dann schon fast am Plöckenpass. Hier sind Reste von Schnee am Strassenrand zu erahnen. Und als wir kurz vorm Ziel des ersten Tage auf über 1.800 m Höhe kommen, ist lediglich die Strasse schneefrei. Unser Albergo, das Morgenleit in Sauris liegt aber tife genug, dass wir nicht befürchten müssen, am nächsten Morgen eingeschneit zu sein.
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    Zum Morgenleit muss ich eine kurze Anmerkung machen: Solltet Ihr da übernachten wollen, lasst Euch auf jeden Fall für's Abendessen ein Menü anbieten. Wir hatten sechs Gänge inkl. Wein, Wasser und Kaffee - kulinarisch super!
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    Am nächsten Morgen ist das Wetter schön und wir nutzen die Kulisse für unser erstes Gruppenfoto - Warum haben wir das eigentlich nicht schon früher mal gemacht?
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    Der Weg führt uns am Saurissee vorbei, der wirklich so türkis ist, wie angekündigt und die Strecke führt durch eine gigantische Kulisse. Guter Dinge biegen wir von der Hauptstrasse auf die kleine Strasse zum Passo Cibiana ab. Gut 3 km vor dem Pass ist die Strasse plötzlich recht schlüpfrig. Ich führe das auf die morgendliche Nässe im Wald zurück und merke erst, als ich als führender der Truppe aus dem Wald rauskomme und mit Schrecken bemerke, dass es sich um eine frische Ölspur handelt. Also gleich versuchen anzuhalten, um die Mädels und Jungs hinter mir zur verlangsamen und zu warnen. Leider zu spät: Im Rückspiegel sehe ich schon Markus auf der Strasse liegen. Und auch Roland ist nicht schnell genug beim Zurücklaufen: Auch Gerti hat es noch im Wald erwischt.
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    Glück im Unglück: Beide sind ansprechbar und im ersten Moment sieht es nur nach Schäden an den Motorrädern aus. Wie sich rausstellt, ist es doch etwas schlimmer: Markus hat sich den Finger gebrochen und bei Gerti ist es der Arm.
    Hier mal ein großer, anonymer Dank an die italienischen Autofahrer, die vorbeikommen. Gleich die Erste ist so hilfsbereit, dass Sie für den Notruf anruft und nach eine knappen viertel Stunde sind Sani, Feuerwehr und Carabinieri vorort. Gerti und Markus werden versorgt und relativ zügig mit dem Sanker nach Cortina d'Ampezzo ins Hospital gefahren. Die Feuerwehr kümmert sich um die Ölspur und Jochen geht auf die Jagd nach dem Ölsünder. Und tatsächlich, der verursachende Bus hat den Pass nicht mehr geschafft. Es gelingt den Carabinieri also - nicht zuletzt durch Jochen - alle Daten aufzunehmen und so zumindest die finanzielle Abwicklung nach dem Unfall zu erleichtern.
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    Nachdem Andy über den ADAC die Abholung der Motorräder eingeleitet hat, fahren er, Stefan und Jens (die sowieso nur bis Sonntag mitfahren konnten) auch nach Cortina, um sich um Gerti und Markus zu kümmern. Wir anderen warten auf den Abschleppdienst und setzen dann die Tour fort - nicht ohne nun jede Kurve kritischer als zuvor zu beäugen.
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    Auf dem Passo Duran machen wir dann endlich Rast und füllen unserer Reserven bei Kaffee und einem kleinen Snack auf. Natürlich ist das Passierte das Hauptgesprächsthema. Aber wir haben natürlich auch Augen für die Landschaft und bewundern auch den Torso der Fiat 500, die wir am Pass oben treffen.
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    Nachdem uns die Ölspur und deren Folgen über zwei Stunden Zeit (oder waren es soga über drei Stunden?) gekostet haben, beschließen wir, den Passo Brocon auszulassen und über schnellere Strassen nach Pieve di Tremosine zum Stella d'Oro zu fahren. Trotzdem nehme ich mir aber die Zeit, die Fahrt durch meine Lieblingsschlucht, die Brasa-Schlucht, untem vom Gardasee hinauf nach Pieve zu filmen:
    Bei Katia gibt es erstmal ein kühles Bier und wieder dreht sich das Gespräch den heutigen Tag. Aber wir wissen mittlerer Weile, dass Gerti einen Gips bekommen hat und auf jeden Fall noch mit Andy zum Gardasee kommen will. Markus soll von Stefan nach Hause mitgenommen werden (Später stellt sich aber heraus, dass er sich mit seinem Gips nicht als Sozius für die lange fahrt eignet und sich daher vom ADAC nach Hause fahren lassen wird).
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    Um Gerti und Andy genügend Zeit zu geben, legen wir die Essenszeit auf 20:30 Uhr und genau in dem Moment, als wir im Prese die Speisekarte in die Hand nehmen sind die beiden da. Mit großem Hallo wird insbesondere Gerti stürmisch begrüßt. Mit einem guten Abendessen und der Nachricht, dass Stefan und Jens auch gut daheim angekommen sind - wir sind da Alle etwas sensibel an diesem Tag - findet die Hinfahrt zum Gardasee doch noch ein vergnügliches Ende.
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    Am nächsten Morgen herrscht strahlender Sonnenschein. Also auf zu einer Rundtour mit der Pflicht, auf jeden Fall die Eisdiele in Dro zu besuchen. Gesagt, getan: Vorbei am Lago di Tenno nach Ponte Arche fahren wir wieder runter nach Sarche. Da die Strecke schnell ist, beschließen wir, nicht dirket Richtung Dro abzubiegen, sondern den "Umweg" über den Monte Bondone zu nehmen. Wir werden mit tollen Kurven und einem gigantischen Bergblick bis hinein in die Schweizer Alpen - unser Ziel für die morgige Rückfahrt belohnt. Und natürlich liegt auf den Gipfel Schnee - extra für uns.
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    Das macht Lust auf was Kaltes. Also auf nach Dro wir das beste Eis der Region geniessen. Danach geht es zurück nach Pieve, wo wir den Tag gesellig in der Trattoria Da Angelo ausklingen lassen.
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    Dienstag: Heute steht der erste Tag der Rückfahrt an, das Wetter ist super und wir freuen uns schon auf die Berge in der Schweiz. Nach einem ausgiebigen frühstück nehmen wir Abschied von Gerti und Andy, die noch einen Tag im Stella d'Oro bleiben: Gerti wird am Mittwoch von Ihrer Tochter mit dem Auto abgeholt und Andy wird mit dem Motorrad die Begleitung übernehmen. Der Rest der Truppe schwingt sich in den Sattel und los geht's. Aber leider nicht sehr weit: Schon nach 30 Kilometern am Lago di Tenno ist ein Zwangsstopp notwendig. Sepp hat ein Loch im Reifen und kann nicht weiterfahren. Glücklicherweise ist der Gegenstand, der das Loch verursacht hat, aber erst nach der letzten Kehre den Berg hoch in den Reifen eingedrungen. Sonst wäre der nächste Unfall vorprogrammiert gewesen.
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    Was nun? Es gelingt uns mit einigem Aufwand den Reifen so zu Flicken, dass er ausreichend Luft hält um die 40 km nach Trento zu fahren. Hier bekommt die BMW von Sepp einen neuen Hinterreifen. Aber das Loch und der Weg nach Trento haben uns wieder massiv aus dem Zeitplan geworfen und ein ganzes Stück von der ursprünglich geplanten Strecke entfernt. Bei einer Tasse Kaffe entscheiden wir daher, dass die Schweiz zeitlich nicht mehr zu bewältigen ist. Und so wählen wir die Route über den Gampenpass, Meran und von dort direkt über den Reschenpass nach Nauders, wo wir die Übernachtung im Hotel Alpetta gebucht haben. Da es noch relativ früh ist, als wir dort ankommen, entschließt sich ein Teil der Gruppe noch in das zollfreie Samnaun zu fahren, das nur wenige Kilometer entfernt ist. Ich entscheide mich mit dem anderen Teil schon mal ins Hotel einzuchecken. Eine gute Entscheidung, da es an diesem Abend zu einem kurzen aber heftigen Regenschauer kommt.
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    So langsam könnten die Anderen aber wieder kommen, das Abendessen steht kurz bevor. Ein kurzer Anruf über Handy ergibt, dass das Pech auf dieser Tour nicht abreißt. Marinus ist auf der nassen Strasse in einer Kurve auf dem Mittelstreifen ausgerutscht und mit fast 80 km/h vom Motorrad abgestiegen. Mit Riesenglück hat er zwei Bäume ausgelassen und ist in einem Gebüsch gelandet. Lediglich die Brust hat er sich geprellt und nachdem auch das Motorrad wieder läuft, kommen wir alle rechtzeitig zum Essen.
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    Am nächsten Morgen wollen wir natürlich alle wissen, wie es Marinus geht. Aber bis auf Schmerzen in der Brust ist die Nacht anscheinend ganz gut gelaufen und Marinus geht es soweit gut, dass es sich dazu entschließt, die Tour mit uns bis nach Hause auf seinem Motorrad zu beenden.
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    Bei strahlendem Sonnenschein gelingt uns die relativ kurze Etappe bis nach Hause heute wie geplant. Nach der Piller Höhe verlassen uns die Mädels und Jungs, die Richtung München müssen und nehmen den Weg über den Fernpass. Marinus, Anni und Roland, Jochen und ich fahren weiter über Leutasch nach Mittenwald. In Wallgau machen wir noch eine Kaffeepause und verabschieden uns von Jochen, der Richtung Wolfratshausen muss. Über "Little Alaska" (so heißt zu recht die Jachenau bei den Paddlern im Volksmund), vorbei am Sylvenstein Speicher, den Achenpass und dem Tegernsee sind wir anderen gegen halb drei Zuhause.
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    Fazit: Wir haben fünf Tage Motorrad (Quad) pur hinter uns, die noch schöner hätten sein können, wenn wir nicht die Ausrutscher (im wahrsten Sinne des Wortes) gehabt hätten. Im Endeffekt sind aber Alle wohlbehalten wieder zuhause angekommen. Die Blessuren werden heilen und keiner hat gesagt, er will nicht wieder mit. Also freuen wir uns alle auf die nächste Tour - und wehe, da läuft Alles wie geschmiert…